Was macht ein gutes Messer aus?

#Einleitung

#Messerklingen

#Klingenform
#Grundformen
#Klingenmodifikationen
#Anschliffvarianten

#Konstruktionsweise

#Messerstahl

#Härte
#Edelstahl

#Messergriffe

#Konstruktionsvarianten
#Materialien
#Griffstück
#Anbauteile

#Messerscheiden

#Bauarten
#Materialien

#Entscheidung

 

Einleitung


In der Messerkunde gibt es viele Irrtümer und Vorurteile. Um für sich das richtige Messer zu finden, sollte man sorgfältig abwägen wozu man das Messer braucht und welche Anforderungen man daran stellt. Dazu möchte ich Ihnen im Folgenden ein paar Informationen an die Hand geben. Das Thema ist sehr umfangreich und ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen werde ich etwas weiter ausholen, um auch Menschen ohne Vorkenntnisse abzuholen.. Ich bemühe mich dabei systhematisch vorzugehen. So kann jeder die Informationen die ihn Interessieren relativ schnell finden und muss sich nicht mit Dingen quälen, die er ohnehin schon weis. Auch der Einsteiger wird so mit aufeinander aufbauenden Informationen versorgt, damit er nicht ständig irgendwo nachschlagen muss, was das gerade Gelesene nun bedeutet.

Im Groben lässt sich ein Messer in drei Segmente aufteilen, die Klinge, den Griff und Anbauteile. Diese lassen sich weiter Untergliedern und Kategorisieren. Auch wenn die Scheide nicht unbedingt zum Messer gerechnet werden kann, gehört sie doch dazu, weshalb ich sie nicht unberücksichtig lassen möchte. Natürlich werde ich bei all dem auch auf die verschiedenen möglichen Materialien und deren Verarbeitung eingehen, denn das scheint mir fast das Wichtigste zu sein.
Die nachfolgende Grafik kann bei all der Vielfalt an Messern nur beispielhaften Charakter haben. Im weiteren Verlauf werde ich dann auf Unterschiede und Details eingehen.

Diese Darstellung  zeigt eine mögliche  Kategoriesierung der Bauteile eines Messers.



 

Messerklingen

  Bei Messern gibt es eine große Vielfalt an Klingenformen und Modifikationen. Deren Zweck werde ich im Folgenden beschreiben.

Klingenform


Die Formgebung und und Oberfläche eines Messers sind nicht nur aus rein ästhetischen Gründen wichtig, sondern haben großen Einfluss auf die Leistungseigenschaften und dürfen nicht unterschätzt werden.
Bevor ich auf Einzelheiten eingehe möchte ich zunächst kurz Grundsätzliches klären. Die folgende Darstellung zeigt Bestandteile einer Messerklinge. Auch diese können im konkreten Fall leicht variieren. Dennoch sind sie zum weiteren Verständnis wichtig.
Diese Darstellung zeigt die Bestandteile einer Messerklinge.

Die Oberfläche hat einen großen Einfluss auf Schneidleistung und Korrosionsbeständigkeit. Ein glattes Messer gleitet viel besser durch das Schneidgut. Eine Politur oder ein sehr feiner Schliff verkleinert die Werkstoffoberfläche signifikant und somit auch die Angriffsfäche für chemische Einwirkungen, Sonneneinstrahlung und bedingt sogar für mechanische Belastungen. Außerdem ist ein Poliertes Messer leichter zu reinigen. Da das polieren von gehärtetem Stahl (insbesondere von niedrig legiertem Stahl) mit erheblichem Zeitaufwand (zumal der Stahl dabei auch noch ständig gekühlt werden muss) und Verschleiss an teuren Maschinen und Poliermitteln einhergeht macht das nicht jeder gern. Es sorgt jedoch für eine bemerkenswerte Qualitätssteigerung und sieht auch noch gut aus.


Dieses Bild zeigt schematisch den Unterschied zwischen rauen und glatten Oberflächen bei mechanischer Beanspruchung.
 

Grundformen



Die Urform der Messerklinge

Diese schematische Darstellung zeigt die Urform von Messerklingen.
Diese Klingengeometrie gilt als die Urform der Messerklinge. Sie findet heute noch in vielen Bereichen Verwendung. Sehr beliebt als Kochmesser, Jagdmesser & Outdoormesser. Die nordischen Messer werden bis heute fast ausschließlich in dieser Art hergestellt. Ein echter Allrounder und zudem der Klassiker. Er ist für fast jede Arbeit zu gebrauchen, als Schwachpunkt gilt die Spitze.



Diese schematische Darstellung zeigt die typische Form von Drop-Point-Messerklingen.
Die Droppoint Klinge ist heute die am häufigsten verwendete Form und findet sich bei fast allen Klingen mindestens als Mischform wieder. Die klassische Variante, bei der sich die Spitze in der Mitte befindet ist sehr beliebt als Outdoormesser, findet aber auch bei Jagdmessern Anwendung. Der große Vorteil ist die Stabilität der massiven Spitze. Zudem ist die Spitze leichter kontrollierbar da diese Zentral liegt. Allerdings für stecharbeiten nur mittelmäßig bis schwach geeignet, da die Spitze dadurch schwerer in Schneidgut eindringt.



Diese schematische Darstellung zeigt die typische Form von Dolchklingen.
Der Dolch ist eine Variante der Klassischen Drop-Point-Klinge. Bei ihm sind allerdings beide Seiten der Klinge angefast und geschliffen, wodurch er die Schwäche der Klassischen Drop-Point-Klinge ausgleicht. Er wird in Deutschland als Waffe eingestuft und darf deshalb nicht getragen werden.




Diese schematische Darstellung zeigt die typische Form von Skinner-Messerklingen.
Die Skinner-Form findet sich ausschließlich bei Jagdmessern. Ihre Stärke ist dank der sehr bauchigen Schneide das Häuten.




Diese schematische Darstellung zeigt die typische Form von Clip-Point-Messerklingen.
Bekannt geworden als Bowie-Messer erfreut sich die Clip-Point-Klinge auch heute noch großer Beliebtheit. Ein echtes Multitalent. Schwachpunkt ist, wie bei der Urform die relativ schwache Spitze.




Diese schematische Darstellung zeigt die typische Form von Up-Swept-Point-Messerklingen.
Die Up-Swept-Point-Klinge vereint eine bauchige Schneide und eine sehr aggressive Spitze. Findet noch manchmal als Jagdmesser Verwendung. Die dünne Spitze ist sehr empindlich.





 Diese schematische Darstellung zeigt die typische Form von Tanto-Messerklingen.
Was heute in Europa als Tanto gilt hat nur noch wenig mit der ursprünglichen Form des japanischen Tanto gemein. Der schlechte Ruf als Waffe ist jedoch geblieben. Wohl deshalb besteht heute ein allgemeines Trageverbot für Messer mit dieser Form in Deutschland. Gefährlicher als andere Formen ist diese auch nicht.



Diese schematische Darstellung zeigt die typische Form von Sheep-Foot-Messerklingen.
Der Vorteil dieser Form liegt in der vollständig begradigten Schneide. Findet man bei Gemüsemessern.




Diese schematische Darstellung zeigt die typische Form von Recurve-Messerklingen.
Die hervorstechende Eigenschaft der Recurve-Klinge ist die konkav geformte Schneide. Diese erleichtert das Schneiden um und in rundes Schneidgut. Sie findet vor allem Verwendung als Ausbeinmesser.



Diese schematische Darstellung zeigt die Form einer Rasierklinge.
Die Rasiermesserklinge besitzt keine Spitze und einen schlanken Erl. Zumindest die europäischen Rasierklingen haben einen Hohlschliff - aber dazu mehr im nächsten Abschnitt.


Über diese Formen hinaus gibt es noch Zahlreiche Misch- und Sonderformen. Dies aber sind die klassischen Grundformen, aus denen man alle Klingenformen ableiten kann.

 

Klingenmodifikationen





Diese schematische Darstellung zeigt Messerklingen mit Hohlschliff im Querschnitt.
Den Hohlschliff gibt es bei Rasiermessern sowohl in der einseitigen als auch in der beidseitigen Variante. Die beidseitige Variante kommt auch bei Jagd- & Outdoormessern vor. Der Vorteil liegt in einer bedingt besseren Schneidleistung, die zu Lasten der Stabilität erkauft wird. Natürlich reduziert der Hohlschliff auch das Gewicht ein wenig.



Diese schematische Darstellung zeigt eine Messerklinge mit Hohlkehle.
Die Hohlkehle dient der Gewichtsreduzierung. Die Stabilität leidet darunter nur in geringem Maße, da die Klinge sowohl darunter, als auch darüber ihre ursprüngliche Stärke behält (selbsttragende Form).


Diese schematische Darstellung zeigt eine Messerklinge mit Jimping.
Das sogenannte "Jimping" soll dem Daumen Halt geben, wenn dieser beim Schneiden Druck auf die Klinge ausübt. Dies kann vor allem im nassen Milleu sinnvoll sein.



Diese schematische Darstellung zeigt eine Messerklinge mit Wellenschliff.
Jeder kennt den Wellenschliff vom Brotmesser. Bei Allzweckmessern findet man ihn meist im hinteren Teil der Klinge. Dort dient er zum leichteren Durchtrennen von Faserwerkstoffen wie z.B. Seilen, Schnüren & Geweben.



Diese Darstellung zeigt eine gerade gestaltete und eine konisch gestaltete Messerklinge von oben.
Insbesondere bei Jagd- und Feldmessern ist es vorteilhaft wenn die Klinge konisch geformt ist, sich vom Griff ab zur Spitze hin verjüngt. Auf diese Weise kombiniert das Messer eine gute Schneidleistung  mit der nötigen Stabilität und Steifigkeit im hinteren Teil der Klinge, auf den bei Belastung ein großer Hebel einwirkt.

 

Anschliffvarianten



Diese Darstellung zeigt die drei Varianten des Anschliffs bei Messerklingen.

Der V-Schliff


Er ist der häufigste und zugleich der universellste Anschliff. Er kombiniert eine gute Schneidleistung mit einer für fast alle Schneidaufgaben genügenden Stabilität und wird für beinahe jedes Messer verwendet.


Der einseitige Anschliff

Außer bei japanischen Kochmessern findet sich diese Variante nur bei Rasiermessern mit einseitigem Hohlschliff, Teppichmesserklingen, Rasierklingen und Skalpellklingen. Er erlaubt bei entsprechend feinkörnigem Stahlgefüge enorm hohe Schneidleistungen, die aber zu Lasten von Stabilität und Schnitthaltigkeit erkauft werden.


Der Balligschliff

Ursprünglich war dieser Anschliff nur für Äxte und Küchenbeile gedacht. Er erlaubt aufgrund der hohen Stabilität Hackarbeiten, natürlich bei verminderter Schneidleistung. Heute wird auch manches Outdoormesser auf diese Weise modifiziert.

Wie man ein Messer Schärft erfahren Sie in der Rubrik Messer schärfen und pflegen

 

Konstruktionsweise


Man unterscheidet zum einen zwischen Klappmessern und feststehenden Messern.  Die feststehenden Messer kann man in drei Konstruktionstypen einteilen.


Flachangelmesser

Diese zeichnen sich durch eine durchgehende Stahlkonstruktion aus auf der beidseitig mittels sog Pins und  Klebstoff oder Schrauben Griffschalen montiert werden. Der Vorteil dieser Konstruktionsweise liegt in der hohen Stabilität, weshalb Outdoormesser, Survivalmesser und auch viele Jagdmesser auf diese Art gebaut werden. Da Klebstoff ein Bindemittel ist, welches nicht zum füllen von Spalten gedacht ist, ist hierbei besonders auf eine gute Passung der Griffschalen  und natürlich auf die Wahl eines für die entsprechenden Materialien geeigneten und Leistungsstarken Klebstoffs zu achten. Leider werden vielerorts schnellhärtende und dadurch weniger Leistungsstarke Klebstoffe eingesetzt. Für Messer, die unter extremen Bedingungen (wie z.B. extremen Temperaturen oder Seewasser und auch Seeluft) eingesetzt werden empfiehlt sich unbedingt die Anwendung von Spezialklebern, oder Verschraubungen in Kombination mit geeigneten Griffmaterialien.  

Dieses Bild zeigt den schematischen Aufbau einer Messerklinge bei Flachangelkonstruktionen.


Rundangelmesser

Hierbei wird auf eine schmale Verlängerung der Klinge ein ausgehöhlter Griff geschoben, welcher verklebt oder vernietet werden sollte. Dies ist die zweitstabilste Konstruktionsweise. Zudem bietet Sie Freiheiten bei der Gestaltung eines Parierelements und des Griffs. Viele empfinden es als ästhetischen Vorteil, dass im Griffbereich kein Stahl zu sehen ist. Auch hier ist bei der Fertigung auf eine gute Passung und die richtige Materialwahl zu achten. Diese Konstruktionsweise wird häufig für Jagd- und Fahrtenmesser eingesetzt.

Dieses Bild zeigt den schematischen Aufbau einer Messerklinge bei Rundangelkonstruktionen.


Spitzangelmesser

Sie ist bei den gängigen Fertigungstechniken in Europa nur für Küchenmesser zu empfehlen da es ihr für andere Zwecke an Stabilität mangelt. Auch das Katana besitzt eine Spitzangel –diese ist jedoch größer dimensioniert und der Halt wird noch von Außen verstärtkt. Bei dieser Konstruktion ragt am oberen, hinteren Ende der Klinge eine nach oben spitz zulaufender Erl , der dann mit dem Griff, in den eine entsprechende Aussparung gesägt oder gefeilt ist vernietet, bzw. Verklebt wird (ggf. beides). Hierbei ist natürlich besonders auf  eine gute Verträglichkeit der Materialien zu achten, da diese mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Der Vorteil der Konstruktion liegt darin, dass sich im Fall von Beschädigung, Abnutzung oder starker Verschmutzung des Griffs leicht ein neuer montieren lässt.


Dieses Bild zeigt den schematischen Aufbau einer Messerklinge bei Spitzangelkonstruktionen.


 

Messerstahl


Stahl ist ein Werkstoff mit Formgedächtnis. Er besteht mindestens aus Eisen und zwischen 0,002% und 2,06% Kohlenstoff. Härtbar ist ein Stahl ab 0,3% Kohlenstoffgehalt, wobei sich die Härtbarkeit mit steigendem Kohlenstoffgehalt verbessert. Mit zunehmendem Kohlenstoffgehalt wird der Stahl aber auch spröder und die Bruchdehnung, so wie die Schmiedbarkeit und Schweißbarkeit nimmt ab. Allerdings spielen dabei auch andere Faktoren eine große Rolle. Bei den meisten Stählen werden zur Beeinflussung der Eigenschaften noch Legierungsbestandteile (meist andere Metalle) zugegeben.
Zunächst hat jeder Stahl von sich aus unterschiedliche Materialeigenschaften bezüglich:
- erreichbarer Härte (Widerstand gegen das Eindringen eines Körpers)
- erreichbarer Bruchdehnung (Widerstand gegen das Brüche bei Biegebelastungen)
- erreichbarer Schlagzähigkeit (Widerstand gegen Bruch bei Schlagbelastungen)
- (erreichbarer) Korrosionsbeständigkeit (Widerstand gegen chemische Belastungen – Rostbildung, in Lösung gehen)
- erreichbarem Verschleißwiderstand
Dies nur um auf die für Messer wichtigsten Punke einzugehen. Davon abgesehen werden die Materialeigenschaften zusätzlich durch die Verarbeitung massgeblich beeinflusst und widersprechen sich teilweise gegenseitig, weshalb es gilt,  die richtige Ausgewogenheit zwischen diesen Punkten für den Einsatzzweck des Messers zu finden.
Auch andere Kriterien spielen eine große Rolle bei der Einschätzung eines Messers. Diese sind:
-die Form
-die Konstruktionsweise
-die Befestigung des Griffs
-und häufig stark unterschätzt: Die Oberfläche

 

Härte


In keinem Bereich herscht bei Messerwissen so viel „Aberglaube“ wie bei der Härte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen glauben, härter bedeute auch „stabiler“ und somit besser. Große Teile der Messerindustrie haben diesen Glauben gefördert. Dies ist allerdings, wenn überhaupt nur die halbe Wahrheit. Zum einen ist die Härte nur einer von vielen Faktoren, die eine Rolle bei Belastbarkeit und Schnitthaltigkeit eines Messers spielt und zum anderen steht die Härte im Widerspruch zu anderen, eventuell gewünschten Eigenschaften. Deshalb werde ich dieses Thema etwas eingehender behandeln. Die Zusammenhänge stellen sich wie folgt dar.  Der Härtevorgang ist eine termische Behandlung des Stahls, bei dem der Stahl erhitzt und dann rapide abgekühlt (abgeschreckt) wird. Man spricht auch von Wärmebehandlung. Dabei erstarrt das Gefüge in einer neuen Struktur (martensitisches Gefüge). Zunächst wird ferritisches Gefüge in austenitisches Gefüge gewandelt. Die Austenisierungstemperatur liegt je nach Stahlsorte zwischen 780°C und 1250°C. Anschließend wird der Stahl rapide abgekühlt, damit die Moleküle keine Zeit haben in ihre Ausgangsstellung zurückzukehren. Auch die richtige Abkühlgeschwindigkeit ist von Stahl zu Stahl unterschiedlich. Kühlt ein Stahl zu schnell oder zu ungleichmäßig ab, so bilden sich Risse. Kühlt er zu langsam ab, so stellt sich nicht die gewünschte Härte ein.
Nicht jeder Stahl ist härtbar, ein Messerstahl sollte dies allerdings sein, wobei sich nicht jeder härtbare Stahl auch als Messerstahl eignet. Auch eignet sich nicht jeder Messerstahl für jedes beliebige Messer.
Es gibt unter den martensitischen Stählen Wasserhärter, Ölhärter und Lufthärter. Es gibt auch die Oberflächenhärtung. Dese ist aber bei Messern meist nicht von Bedeutung  Bei Messern ist es üblich sowohl Ölhärter, als auch Wasserhärter in Öl abzuschrecken, da aufgrund der geringen Materialstärke auch bei eigentlichen Wasserhärtern eine ausreichende Abkühlgeschwindigkeit bei Ölhärtung vorliegt und dadurch die Gefahr von Rissbildung und unerwünschten Verzügen sinkt. Außerdem ist das Härten in Wasser eine Wissenschaft für sich und ein Restrisiko bleibt auch bei großer Erfahrung. Jedoch ergibt die Abkühlung im Wasser eine etwas höhere Ansprungshärte (ca. 1-3HRC – ist auch nicht in jedem Fall sinnvoll). Die Wärmebehandlung hat auch Auswirkungen auf andere Materialeigenschaften als nur die Härte.  Abgesehen von Verarbeitungsfehlern wie z.B. überhitzen des Stahls (was zu Grobkornbildung und Entkohlung führt), kann man im groben folgendes feststellen:
Je härter der gleiche Stahl (in einem gewissen Rahmen und Verarbeitungsfehler ausgenommen) ist, desto weniger schlagzäh und bruchdehnungsbeständig ist er auch. Man unterzieht den Stahl deshalb nach dem Härtevorgang, bei dem er die sog. Ansprungshärte erreicht (der Stahl ist nun glashart, steif und brüchig) einer weiteren Wärmebehandlung – dem sog. Anlassen um ihm einen Teil seiner Härte zu nehmen, Materialspannungen abzubauen und somit andere wichtige Eigenschaften wieder zu verbessern (Man spricht von Gebrauchshärte). Nach abgeschlossener Wärmebehandlung sollte der Stahl nicht mehr über ca. 60°C erhitzt werden um die Eigenschaften zu erhalten. Wobei auch in der Anlassbeständigkeit Unterschiede zwischen verschiedenen Stählen vorhanden sind. Die Härte hat Auswirkungen auf die Schnitthaltigkeit (wie lange das Messer scharf bleibt) und Messer mit hoher Härte lassen sich potenziell auch schwerer nachschärfen. Das alles ist aber auch maßgeblich von der Zusammensetzung und der Verarbeitung des Stahls abhängig und eine hohe Härte ist nicht unbedingt der ausschlaggebende Faktor.
Die Wärmebehandlung hat auch Auswirkungen auf die Korrosionsbeständigkeit, so kann eine hohe Härte die Korrosionsbeständigkeit eines rostträgen Stahls nachteilig beeinflussen. Es gibt Techniken um Eigenschaften miteinander zu kombinieren, z.B. selektive Härtung. Hierbei wird der Stahl zunächst nur mit Spitze und Schneide eingetaucht und dann langsam abgesenkt, dadurch wird die Schneide hart und der Rücken etwas zäher. Wird als abschreckmedium Wasser verwendet, bildet sich dabei eine mehr oder weniger sichtbare Härtelinie (in Japan Hamon genannt). Sie ist ein Qualitätsmermal bei Messern, die auf diese Art gehärtet werden. Das findet man jedoch nur unter den handgefertigten Messern. Ohnehin ist dies nur bei nicht legierten und niedrig legierten Messerstählen möglich, denn je höher ein Stahl legiert ist, desto mehr neigt dieser zum durchhärten. Das liegt daran, dass hochlegierte Stähle nicht so schnell abgekühlt werden müssen und auch nicht dürfen. Davon sind alle rostträgen Messerstähle betroffen.
Des Weiteren gibt es die Möglichkeit eine harte Schneidlage mit weicheren Stahl oder Damaststahl zu umgeben (San-Mai Stahl), was nicht bedeuten soll, dass hier eine beliebig harte Schneide sinnvoll wäre (auch diese kann Schock- und Biegebelastungen ausgesetzt sein). Wie sinnvoll das im Einzelnen ist hängt vom Stahl, der Verwendung des Messers und den Vorlieben des Benutzers ab. Reiner Damast wird meiner Meinung nach überschätzt. Das Rezept für den originalen Damast aus Damaskus, von dem der Name stammt ist ohnehin vor Jahrhunderten verschwunden und nicht wiederentdeckt worden. Auch die Japanischen Katanas (echte Samuraischwerter) werden aus einem einzigen Stahl (Tamahagane) gefertigt, auch wenn dieser gefaltet wird. Das geschieht in einem anderen Kontext als bei europäischem „Damast“.

Dieses Bild zeigt schematisch gehärtete und nicht gehärtete Bereiche von Messerklingen unterschiedlicher Bauart.

 

Edelstahl


Die Bezeichnung Edelstahl bezieht sich lediglich auf einen niedrigen Gehalt an Phosphor und Schwefel im Stahl. Dies ist insofern ein Qualitätsmerkmal, als das diese Inhaltsstoffe zu einer Minderung der Duktilität (Kaltverformbarkeit) führen und somit das Bruchrisiko erhöhen. Das hat aber nichts damit zu tun ob ein Stahl rostträge ist.
Sogenannte rostfreie Stähle haben Beimengungen von Chrom in Höhe von mindestens zwölf % damit sie sich so nennen dürfen. Daneben gibt es andere Legierungsbestandteile, die den Korrosionswiderstand erhöhen können, diese sind für Messerstähle von untergeordneter Bedeutung. Wirklich rostfrei in dem Sinne, dass kein Rost entstehen kann ist allerdings kein Stahl, weshalb ich den Begriff "rostträge" verwenden möchte.
Grundsätzlich lässt sich im Groben sagen, dass durch mehr Chrom, der Korrosionswiderstand (Rostträgheit) erhöht wird. Gleichzeitig sinken die Werte für Bruchdehnungsbeständigkeit (sog. Kaltverfestigung)und Kerbschlagarbeit. Ein gewisser Chronanteil kann zudem den Verschleisswiderstand und die Polierbarkeit verbessern. Allerdings wird das Gefüge potenziell grobkörniger (Chrom bildet große Carbide aus). Ein Stahl mit feinkörnigem Gefüge lässt sich auch „feiner“ Ausschleifen. Ein Chromstahl ist dadurch in der Regel weniger Schnitthaltig. Das Gefüge einiger hochlegierter Stähle kann durch vorgelagerte Wärmebehandlung (sog. Homogenisieren oder Normalglühen), Walzen oder Schmieden noch geringfügig verbessert werden. Außerdem kann die Schnitthaltigkeit durch Zugabe von Molybdän etwas verbessert werden. Bei pulvermetallurgischen Stählen wird durch pulverisieren und sintern künstlich ein feinkörniges Gefüge erzeugt. Bei diesen modernen Hochleistungsstählen hat Walzen und Schmieden deshalb keine positive Wirkung auf das Gefüge. Grundsätzlich ist der Unterschied von geschmiedetem zu gewalztem Stahl eher gering. In alten Zeiten hat man Stähle hauptsächlich deshalb geschmiedet, weil man nicht die nötigen Temperaturen und Drücke erzeugen konnte um ihn auf anderem Weg zu reinigen und zu formen. Auch heute hat das Schmieden in bestimmten Fällen noch eine Berechtigung. Das Ammenmärchen, dass ein guter Stahl geschmiedet sein müsste ist aber mehr auf Marketing als auf fundierte Erkenntnis zurückzuführen. Hierzu ließe sich noch viel mehr sagen, das würde aber den Rahmen sprengen.


 

Messergriffe


Der Griff ist in hohem Maße mitentscheidend für das Handling eines Messers. Deshalb sollte seine Gestaltung mit in eine Kaufentscheidung einfließen.
Sowohl das Material, als auch die Form sollten auf den Verwendungszweck und die Gewohnheiten des Nutzers Abgestimmt sein. Auch so manches Anbauteil kann nützlich sein.

 

Konstruktionsvarianten


Die Griffwicklung

Die Griffwicklung ist die spartanischste, aber dennoch eine Interessante Griffvariante Hierbei wird der Erl, der dafür entsprechend präpariert sein sollte einfach mit einer Schnur (meist Paracord oder Leder) umwickelt. Die Vorteile sind, dass sich die Wicklung jederzeit leicht erneuern lässt und, dass man immer eine Schnur dabei hat. Diese Variante eignet sich jedoch nur für rostträge Klingen, da sich natürlich Feuchtigkeit unter der Schnur sammeln kann.


Diese Darstellung zeigt den hinteren Teil eines Messers mit Griffwicklung.


Die Rundangelkonstruktion mit Parierelement

Hierbei wird ein Parierelement zwischen Klinge und Griff befestigt. Dies hat die Vorteile, dass man nicht mit der Hand über den Griff hinaus in die Schneide rutschen kann und das Parierelement sehr frei gestaltet werden kann.
Ich habe mir die Freiheit genommen auf diese Darstellung eine Öse für einen Fangriemen zu integrieren. Dies ist bei grundsätzlich bei allen Konstruktionsarten möglich. Der Fangriemen wird um das Handgelenk gelegt und verhindert, dass einem das Messer entgleitet wenn man den Halt verliert.

Diese Darstellung zeigt den hinteren Teil eines Rundangelmessers mit Parierelement und Öse


Die Rundangelkonstruktion mit Griffkappen

Die Griffkappen verzieren und schützen das Griffmaterial. Dabei sind der Künstlerischen Freiheit beinahe keine Grenzen gesetzt.

Diese Darstellung zeigt den hinteren Teil eines Rundangelmessers mit Griffkappen.


Die Flachangelkonstruktion mit Griffbacken

Hierbei werden im Gegensatz zur Rundangelkonstruktion seitlich auf dem Erl zwei Griffschalen befestigt, die dann mit Backen ausgestattet werden. Die Konstruktion unterscheidet sich von der Rundangelkonstruktion mit Kappen nur durch die Zweiteilige und zweiseitige Montage, weshalb ich mit ein weiteres Bild erspare.


Das Integralmesser

Das Integral ist eine Flachangelkonstruktion bei der die Klinge, der Erl und die Backen aus einem einzigen Stück Stahl bestehen. Dadurch gibt es einen fließenden Übergang zum Griff. Beim Vollintegral ist der Griff von vorne und von hinten eingeschlossen. Beim Teilintegral nur von vorne. Diese Konstruktion zeichnet sich zum einen durch eine hohe Stabilität aus. Zum Anderen ist sie leicht zu reinigen und hat auch optisch ihren Reiz.

Diese Darstellung zeigt den hinteren Teil eines Integralmessers.


Die Flachangelkonstruktion mit Griffschalen

Diese Konstruktion ist einfach und auch solide. Sehr beliebt bei Outdoormessern.


Diese Darstellung zeigt den hinteren Teil eines einfachen Flachangelmessers mit Griffschalen.


 

Materialien

Griffstück


Leder

Leder bietet einen guten und konfortablen Griff, nutzt sich aber schnell ab. Deshalb kann ich es nur als Griffwicklung empfehlen, denn die lässt sich schnell erneuern. Sie sollte aber nur bei Rostträgen Stählen eingesetzt werden, da sich darunter Feuchtigkeit sammeln kann.


Paracord

Nutzt sich nicht so schnell ab wie das Leder, bietet aber auch weniger Konfort. Ansonsten gilt hier das Gleiche.


Holz

Holz ist ein schönes Griffmaterial. Bei entsprechender Pflege ist es langlebig (Schauen Sie auch mal in den Reiter "Pflegeanleitungen" in der Hauptnavigation rein). Es sollten mindestens mittelharte Hölzer verwendet werden.


Knochen

Knochen ist ein insgesamt gutes Material und wenn es trocken gehalten wird auch langlebig. Jedoch ist es sehr glatt und bietet einen schlechten Griff.


Horn

Horn ist relativ weich und anfällig für Fäulnis. Es bietet jedoch einen guten Griff.


Kunststoff

Kunststoffe sind pflegeleicht und Witterungsbeständig. Sie sind aber der Alterung unterworfen. Es gibt ein Paar die als Griffmaterial interessant sind. Auf Carbon gehe ich hier mal ein weil sich daran die Geister scheiden. Die einen loben es als belastbares High-Tec-Material, die anderen sagen seine Schlagfestigkeit sei zu gering. Beide haben recht und unrecht zugleich. Zunächst möchte ich mal den High-Tec-Ruf zerstören. Carbonfasern wurden in China bereits im Mittelalter hergestellt. Damals geschah dies durch verkohlen von Bambusfasern unter Zug. Heutige Carbonfasern werden immer noch durch verkohlen von Naturfasern unter Zugbelastung hergestellt. Was man nun als Carbon bezeichnet ist ein Laminat aus solchen Fasergeweben und Kunstharzen. Je nach dem welche Kunstharze verwendet und wie diese verarbeitet werden unterscheiden sich die Eigenschaften des Endprodukts gravierend. Einige Typen sind Steifer, andere Zugfester und wieder andere Schlagzäher. Wir sprechen also nicht immer und unbedingt von dem gleichen Carbon.


 

Anbauteile


Aus Messing

Messing läuft schnell an, ist aber recht stabil und hart. Unter der Oxidschicht passiert meist nicht mehr viel, so dass es sich immer wieder aufpolieren lässt.


Aus rostträgem Stahl

Ist härter und unempfindlicher als Messing, Verarbeitet sich jedoch auch schwerer. Für Pins Scrauben auf jeden Fall die bessere Wahl.


 

Messerscheiden


Man kann Messerscheiden nach ihrer Bauart und nach Material unterscheiden.
 

Bauarten


Steckscheiden

Steckscheiden sind zu einer Seite offen und haben keinen Verschluss. Der Vorteil liegt hier darin, dass das Messer schnell zur Hand ist wenn man es braucht und es ist auch schnell wieder weg gesteckt. Der Nachteil ist, dass das Messer wenn die Scheide nicht gut sitzt oder bei schnellen Bewegungen wie beim Springen aus der Scheide fallen kann. Für Messer mit ausladendem Parierelement sind diese Scheiden nicht geeignet, da das Leder zu weit ausgeformt werden muss und das Messer dann keinen Halt mehr hat.
Diese Darstellung zeigt eine Steckscheide.


Messerscheiden mit Verschluss

Dieser Typ Scheide ist für alle feststehenden Messer anwendbar. Vorteil ist, dass das Messer in der Scheide festgegurtet werden kann und somit vor Verlust gesichert ist. Der Nachteil ist, dass man etwas länger zum herrausholen und wegpacken braucht


Diese Darstellung zeigt eine Messerscheide mit Verschluss.


Geschlossene Messerscheiden

Natürlich gibt es auch vollständig geschlossene Scheiden, die das Messer besser schützen. Sie haben nicht nur den Nachteil, dass man recht lange zum herrausholen und wegpacken braucht, sondern es besteht bei feststehenden Messern auch die Gefahr, dass man beim wegpacken in die Scheide schneidet, da man den Schlitz für die Klinge nur erahnen kann. Somit ist diese Ausführung aus meiner Sicht mehr was für Klappmesser.


Diese Darstellung zeigt eine vollständig verschließbare Scheide.

 

Materialien

Messerscheiden bestehen entweder aus Leder, Kunststoff, Holz oder Metall. Wie immer haben die Materialien Ihre Vor- und Nachteile.


Lederscheiden

Lederscheiden genießen heute, gerade in der Outdoorscene einen schlechten Ruf. Man sagt ihnen nach empfindlich und wenig haltbar zu sein. Das mag zum Einen daran liegen, dass oft minderwertige oder ungeeignete Leder schlecht verarbeitet werden. Zum Anderen bedürfen Lederscheiden, da diese aus Natumaterial bestehen eben der Pflege und einer gewissen Sorgfalt. Ich möchte auch nicht in Abrede stellen, dass Lederscheiden für einige  Einsatzzwecke schlicht ungeeignet sind. So würde natürlich niemand auf die Idee kommen beispielsweise ein Tauchermesser mit einer Lederscheide auszustatten.  Jedoch kann eine gute Lederscheide unter normalen Umständen und bei entsprechender Pflege wesentlich länger halten als eine Kunststoffscheide. Und das Argument, dass Leder trocken gehalten werden muss kann ich nicht verstehen. Zum einen gibt es entsprechende Imprägnierungen, auch auf natürlicher Basis. Und jeder, der mal länger als drei Tage im Wald, oder in den Bergen war sollte wissen wie wichtig es ist seine Kleidung trocken zu halten. Wo liegt da eigentlich das Problem das gleiche mit Messer und Scheide zu tun?  
Bei Interesse am Thema Pflege lesen Sie bitte in der Rubrik „Pflegeanleitungen“ in der Hauptnavigation nach. Pflegemittel finden Sie in meinem Shop. Hier möchte ich den Platz lieber nutzen um auf die Unterschiede bei Lederscheiden einzugehen. Eine gute Scheide sollte aus robustem Sattlerleder bestehen.  Eine solide Handarbeit ist der Industriellen Fertigung überlegen, was vor allem an der Formgebung und der Naht liegt. Ein Sattlerleder ist formbar und kann somit dem Messer ideal angepasst werden. Mir ist dafür kein industrielles Verfahren bekannt. Zudem möchte ich das Augenmerk auf die Sattlernaht lenken. Bei der  Sattlernaht sitzt in jedem Nahtloch ein Weberknoten. So kann sich die Naht nicht aufziehen, selbst dann nicht wenn der Faden an einer Stelle durchtrennt wird.  Es gibt kein maschinelles Verfahren zur Herstellung einer Sattlernaht.
Diese schematische Darstellung zeigt den Unterschied zwischen einer Maschinennaht und einer Sattlernaht.

Von Kunstleder würde ich die Finger lassen. Es handelt sich dabei lediglich um (meist billigen) Kunststoff auf einer Gewebebasis.
 

Scheiden aus Kunststoff


Wenn eine Scheide aus Kunststoff besteht, so sollte ein robuster, abriebfester und UV-beständiger Kunststoff gewählt werden. Das was oft als Vorteil von Kunststoffen gesehen wird, betrachte ich auch gleichzeitig als Nachteil. Muss nicht gepflegt werden, weil er nicht gepflegt werden kann. Zur Erhaltung des Kunststoffs kann man nicht viel beitragen und wenn er alt ist, dann ist er Kaputt. Trotz allem sehe ich eine Daseinsberechtigung für Kunststoffscheiden, da diese in gewissen Umgebungen länger halten als als Scheiden aus anderen Materialien und sehr Pflegeleicht sind.
 

Scheiden aus Holz

Scheiden aus Holz haben vor Allem in Japan Tradition. Wenn eine Scheide aus gutem Holz besteht und solide Verarbeitet ist, so gilt für sie das Gleiche wie für Lederscheiden. Bei entsprechender Sorgfalt und Pflege nahezu unbegrenzt  haltbar. Informationen zur Holzpflege finden Sie in der Rubrik „Pflegeanleitungen“ in der Hauptnavigation. Holzpflegemittel in meinem Shop.
 

Scheiden aus Metall


Scheiden aus Metall kenne ich nur vom alten Bundeswehr-Feldmesser. An diesem hat die Scheide gute Dienste geleistet. Dennoch habe ich aus rein technischer Sicht vorbehalte. Man nehme zwei unterschiedliche Metalle, füge einen Elektrolyt (z.B. Wasser) hinzu und schaffe einen Spannungsausgleich (Kontakt zwischen den Metallen). Die unterschiedlichen Ladungen führen dazu, dass das unedlere Metall  in Lösung geht und sich am Edleren ablagert.


 

Entscheidung


Was für ein Messer man braucht, das muss letztlich jeder für sich entscheiden. Deshalb nenne hier nur ein paar Kriterien als Entscheidungshilfe. Wird ein Jagdmesser gesucht, so benötigt man  eine bauchige Schneide um z.B. gut häuten zu können, eine Spitze mit der sich das Wild gut Aufbrechen lässt, einen mittelscharfen Schneidenwinkel, der ausreichend Schärfe bietet und nicht ständig nachgeschärft werden muss.  Außerdem sollte das Messer leicht zu reinigen sein. Ein Outdoormesser braucht hingegen einen langen geraden Teil der Klinge damit Holzschnitte leichter ausgeführt werden können und einen eher etwas stumpferen Schneidenwinkel um Ausbrüche zu verhindern, hierbei ist aber auch der verwendete Stahl zu berücksichtigen.  Außerdem ist wegen der starken Belastungen die Flachangelkonstruktion in Kombination mit einer dicken Klinge anzuraten. Ist man über lange Zeit im Nassen unterwegs, sollte man überlegen ob man mehr Zeit in Pflege investiert oder einen korrosionsträgeren Stahl bevorzugt, der aber auch oben genannte Nachteile hat. Kommt ein Messer mit Seeluft oder Seewasser in Kontakt, muss ein sehr Korrosionsbeständiger Stahl gewählt werden und dennoch sollte eine sehr gute Pflege erfolgen. Kein Messerstahl ist auf Dauer Seewasserbeständig, deshalb sollte ein Messer aus Stahl nach dem Gebrauch schnellstmöglich mit Süßwasser gereinigt und getrocknet werden - der kritischste Moment ist die Trocknung, da das Wasser verdunstet, die Menge an Ionen prozentual zunimmt und auch noch Sauerstoff dazu kommt. Außerdem ist hier auf das Griffmaterial und die Verklebung genauestens zu achten – auch viele Kunststoffe wie der so beliebte Epoxidharz stoßen hier an ihre Grenzen. Sucht man ein Kochmesser, so sollte man ein Messer mit schmaler Klinge, scharfem Anschliff und guter Schnitthaltigkeit wählen um auf Dauer eine gute Schneidleistung zu gewährleisten. Auch hier ist abzuwägen, ob ich die Vorteile eines pflegeleichten, rostfreien Stahls, oder die eines niedrig legierten, rostenden Stahls bevorzuge.

Ich passe die Auswahl der Materialien, die Gestaltung und Verarbeitung meiner Messer an den Zweck an für den ich Sie baue. Gleichzeitig bin ich mir darüber im Klaren, dass jeder Kunde andere Anforderungen an sein Messer stellt. Deshalb setze ich neben Qualität auch auf die Individualität meiner Produkte


Weiterführende Artikel zur Messerpflege und zu meiner Messerphilosophie, sowie meine Produkte und Leistungen finden Sie im Kopf der Seite.

Zum #Inhaltsverzeichnis

Informationen zur Pflege von Messern und zum Schärfen finden Sie in der Rubrik Messer schärfen und pflegen
 
In meinem Shop  finden Sie schöne Messer, Accessoire´s und Zubehör
©Martin Brodersen